Was ist eine kaschmirische Tantra Massage?

Grundsätzliches

Kaschmirische Tantra Massage Rückenposition Bei der kaschmirischen Tantra Massage, auch das „Yoga der Berührung“ (aus dem kaschmirischen Tantra von Daniel Odier) genannt, handelt es sich um eine intuitiv ausgeführte Massage, die weitgehend unwillkürlich und absichtslos geschieht.
Wichtig ist hier das Eintauchen in eine „Bewegungstrance“, in der bewusste Denkinhalte weitgehend ausgeschaltet sind, man sich dem Fluss der eigenen Körperbewegung hingibt und im Hier- und Jetzt vertieft. Die Aufmerksamkeit kann hier weitgehend auf die Atmung und die Körperwahrnehmung gerichtet sein.


Tandava-Meditation als Vorbereitung auf die kaschmirische Tantra Massage

Als Vorbereitung auf diese besondere Art der Massage wird die Tandava-Meditation (auch der himmliche Tanz Shivas) vorangestellt. Hier wird das Eintauchen in die Bewegungstrance geübt, trainiert und konditioniert, so dass bei der späteren Massage dieser Ablauf automatisch unwillkürlich passiert, ohne etwas forcieren zu müssen.
Beim Üben des Bewegungsflusses in der Tandava-Meditation können bereits typische Charakteristika einer Trance auftreten, die auch später bei der Massage zu einem besonders intensiven Erleben führen kann:

  • Zeitverzerrung: Die gefühlte Zeit läuft viel langsamer oder schneller ab, wie im normalen Bewusstseinszustand. Das Zeitgefühl kann auch völlig verschwinden, weil die Wahrnehmung so intensiv wird.
  • Ausdehnung der Wahrnehmung: Die Wahrnehmung der Sinne expandiert oder dehnt sich aus: Man kann viel empfindlicher fühlen, hören, oder richen, als das im normalen Bewusstseinszustand möglich ist. Im Erleben nimmt ein Sinn (oder auch mehrere Sinne) einen viel größeren Raum ein, als es im normalen Alltagsbewusstsein der Fall ist.
Man dringt immer mehr, immer tiefer in diesem Moment, im Hier- und Jetzt ein, die Gedanken verschwinden und man ist im Bereich der Gefühle und der Wahrnehmung. Dieser Zustand öffnet gleichzeitig das Tor für ekstatisches Erleben, das aber nicht eintreten muss.


Seminar Kaschmirische Tantra Massage ▶
Weitere Seminare, in denen die kaschmirische Tantra Massage enthalten ist, siehe unten ▼.

Grundlage der kaschmirischen Tantra Massage

Grundlage der kaschmirischen Tantra Massage ist diese zuvor trainierte Bewegungstrance. Alle Berührungen entspringen aus dieser Bewegungstrance. Durch diesen „besonderen“ inneren Zustand braucht es keine Erklärung über die innere Haltung, weil sich in diesem Zustand die optimale innere Haltung für diese Massage, wie zum Beispiel

  • Absichtslosigkeit
  • Emotionale Haltung des Gebens
  • Aufmerksamkeit bei mir und meinem Partner
automatisch einstellt. Weiterhin müssen keine Massagegriffe und Folgen gelernt werden, weil die Massage weitgehend intuitiv erfolgt.
Wichtig sind hier bestimmte Positionen, aus denen die Massage gegeben wird. Hier unterscheiden wir zwischen 4 Grundpositionen und den sogenannten Babypositionen, in denen eine besondere Geborgenheit und Vertrautheit vermittelt wird.


Charakteristische Unterschiede zur normalen Tantra Massage

Kaschmirische Tantra Massage Yabyum Es gibt einige charakteristischen Unterschiede zur „normalen“ Tantra-Massage:
Ein wesentlicher Unterschied ist die Rollenverteilung. Es gibt bei der kaschmirischen Tantra-Massage in dem Sinne keine aktive oder passive Rolle, weil diese Art der Massage eher den Charakter eines gemeinsamen Tanzes hat. Es gibt zwar jemanden, der führt und ein anderer folgt, aber beide Massagepartner dürfen sich bewegen und auch berühren, beide dürfen in die Bewegungstrance eintauchen.
Des Weiteren gibt einer der Massagepartner alle Berührungen weitgehend aus dem Schneider- oder halben Lotussitz. Ein weiteres besonderes Merkmal ist die große Nähe zum Massagepartner, da in allen 4 Grundpositionen (und auch in den meisten Babypositionen) beide Becken sehr nah beinander sind.
Bei dieser Massage wird kein Körperteil ausgelassen oder besonders bevorzugt, die Berührungen sollen alle Bereiche möglichst gleichwertig abdecken.
Da alle Berührungen in der Bewegungstrance und unwillkürlich aus dem Körper-Fluss heraus entstehen, gibt es hier keine Grifftechniken oder bestimmte Berührungs-Intensitäten, die beachtet werden müssen. Die Massage entsteht nicht aus einem bestimmten Ablauf oder aus bestimmten Griffen, sondern eher aus einer inneren Haltung mit der Idee: Ich lasse los, alle Berührungen passieren ganz unwillkürlich und ich gebe mich diesem vom Körper initiierten Bewegungsfluss hin.
Während der Massage kann die Aufmerksamkeit auf sogenannte Marmapunkte gelenkt werden. Das sind Körperstellen oder Bereiche, die für Berührung besonders empfänglich sind, oder bei denen Berührungen als besondere erfüllend erlebt werden.
Eine weitere Möglichkeit, die hier in diese Massage einfließen kann, ist das Konzept der Vielpunkttechnik (auch in der „normalen“ Tantra Massage). Hier versucht man möglichst viele Körperteile während der Massage in Berührung zu bringen mit dem Effekt, dass der Empfänger der Massage den Berührungen bewusst nicht mehr folgen kann und somit die erlebte Trance und damit auch die Empfindungen der Berührung verstärkt wird.
Des Weiteren können alle Phänomene, die bei der Tandava-Meditation auftreten, auch hier eintreten.